Lifestyle, Informatives 11.11.2017

Oskar Zeeb

Fleisch aus guter Rinderstube

Die Reutlinger Metzgerei Oskar Zeeb hält seit einem Jahr eine eigene Rinderherde beim Stahlecker Hof und will damit ihren Partnerbetrieben ein Vorbild sein. Die offene Bauweise des Stalls ermöglicht dabei einen ungefilterten Blick auf die Tierhaltung. 

 


 

Dass eine Metzgerei eigene Tiere hält, ist in Zeiten der hochgradigen Arbeitsteilung und Spezialisierung keineswegs selbstverständlich. Die Idee dazu hatte Günter Hölz. Selbst auf der Alb beheimatet, kennt er die hiesigen Landwirte bestens und besucht seine Fleischlieferanten regelmäßig. Die stammen allesamt aus den weiteren Regionen zwischen Biberach und Reutlingen, mit Schwerpunkt Münsinger Alb. „Regionale Fleischkultur“, sagt Geschäftsführer Jürgen Zeeb kurz und knackig dazu und beantwortet nebenbei die Frage nach der Spezialisierung seines Betriebes.

Es ist ein Samstagnachmittag, Anfang September. Die Metzgerei Oskar Zeeb hat zur Grillparty geladen. Es läuft die Abschlussveranstaltung der Grillionär-Sommeraktion. Jürgen Zeeb begrüßt die Gäste. Mehr als hundert ausgeloste Aktionsteilnehmer haben den Weg zum Festzelt beim Stahlecker Hof gefunden. Es ist die erste Veranstaltung dieser Art des Metzgermeisters. Klar, natürlich geht es um Kundenbindung. Aber eben auch um Grundsätzliches: den offenen Rinderstall gegenüber des Zeltes zum Beispiel. „Wir haben es hier immerhin mit Lebewesen zu tun“, betont Zeeb und formuliert den Anspruch in Sachen Rinderherde. „Wir wollen neue Maßstäbe setzen. Bei der Tierhaltung, dem Tierwohl und der Versorgung der Tiere!“

Um letzteres kümmert sich Thomas Feucht, der Landwirt. Auch er ist zu Gast an diesem Nachmittag. Er versorgt die Tiere, die „Oskar-Rinder“. Der offene Stall bietet dem Vieh viel frische Luft und Tageslicht, dazu ausreichend Auslauf. Großzügige Stroheinstreu macht die gute Rinderstube sozusagen wohnlich. Das Futter erntet T. Feucht zu fast hundert Prozent auf den Wiesen hier am Rande des Biosphärengebiets. Nur Kraftfutter werde zugekauft. Der Landwirt beziffert die Menge mit knapp zwei Prozent. Um an das frische Futter zu kommen, müssen die Rinder ihren Kopf durch einen Stahlbügel stecken – so hat jedes Tier seinen eigenen Platz zum Fressen und kann sich doch in den weitläufigen Boxen frei bewegen oder ins Stroh legen. Rund fünf Quadratmeter stehen jedem Tier zur Verfügung, rund 30 Prozent mehr als von der Tierwohl-Initiative empfohlen. 

Beim Stall riecht es nach frischem Heu, im Zelt nach frisch Gegrilltem. Der Küchenmeister und Grillprofi Bernd Rosenkranz demonstriert an diesem Nachmittag über drei Stunden, was es mit Flat Iron Steak oder Flank Steak und co auf sich hat und worauf es beim Grillen ankommt – reichlich Kostproben inklusive. Und worauf kommt es an? „Auf die Temperatur“, antwortet der Pfullinger Gastronom spontan. „Den Grill immer gut vorheizen“, rät er. Und dann das richtige Fleisch. Woran man das erkennt? Auf jeden Fall nicht vom reinen Anschauen. Rosenkranz setzt auf Kommunikation. „Ich frage immer die Verkäufer in jedem Fall, wo das Fleisch herkommt, um so einen Bezug zum Bauern herzustellen“, erklärt er. Die Anonymität des Supermarktes versuche er beim Lebensmittelkauf so gut es geht zu vermeiden. 

Darum geht es auch der Metzgerei Zeeb. In jeder Filiale verrät ein Aushang, von welchen Bauernhöfen die Tiere stammen. „Die Aushänge aktualisieren wir alle drei Monate“, so Jürgen Zeeb weiter. Den hiesigen Landwirten soll mit der eigenen Tierhaltung übrigens keine Konkurrenz gemacht werden. „Wir wollen hier ein gutes Vorbild für unsere Partnerbetriebe geben“, setzt Jürgen Zeeb ein Zeichen.

 

www.oskar-zeeb.de

 

Geschäftsführer Jürgen Zeeb (links) und Produktionsleiter Günter Hölz


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