Informatives 11.11.2016

SAM Interview

Andreas Ronken - Ritter Sport

Nach der Devise, „Starke Firmen in der Region“ sind wir besonders stolz, einer der Marktführer im Tafelschokoladenmarkt bei uns „um die Ecke“ zu wissen. Der Schokoladenhersteller Alfred Ritter GmbH & Co. KG in Waldenbuch erzielte im Jahr 2015 einen Umsatzwachstum von knapp 10 Prozent. SAM unterhielt sich mit Andreas Ronken, dem in Reutlingen wohnenden Vorsitzenden der Geschäftsführung.

 

 


 

 

SAM: Glückwunsch zu einem tollen Ergebnis 2015. Wie ist der Absatz im laufenden Jahr und welche Ziele haben Sie für 2017? 

A.R.: Besten Dank, 2015 war absatzseitig wirklich ein Riesenerfolg und damit auch eine Belohnung für das Engagement der gesamten Belegschaft. Was das laufende Jahr anbetrifft, hatten wir im Frühjahr eine Sortimentsdifferenzierung und damit verbunden eine Anhebung des Abgabepreises an den Handel. Die Sortimentsaufspaltung in die „Nuss-Klasse“ sowie die „Bunte Vielfalt“ war erforderlich geworden, nachdem die Einkaufspreise für Haselnüsse sich langanhaltend verdoppelt haben. Erfahrungsgemäß ziehen solche Schritte einen niedrigeren Absatz nach sich. Insgesamt dürfte sich der Umsatz 2016 voraussichtlich in ähnlichen Regionen wie des Jahres 2015 bewegen. Im Fokus für 2017 stehen für uns der eigene Ausbau von nachhaltigem Kakao sowie die erste Ernte von unserer eigener Plantage „El Cacao“ in Nicaragua.

 

SAM: Die Auseinandersetzung mit Stiftung Warentest um die scheinbare Verwendung von künstlichen Aromen haben Sie zu Ihren Gunsten gewonnen. Hat dies Ritter Sport eher bekräftigt, wie sich aus dem Ergebnis schließen lässt? 

A.R.: Eine solche Zuordnung ist kaum möglich; wir wachsen vielmehr seit 2009 kontinuierlich. Dieser Vorfall war extrem gefährlich für das Unternehmen. Hätte sich die drohende Auslistung beim Handel realisiert, würden wir wohl kaum dieses Interview geführt haben. Die Belegschaft hat es sicher nochmals zusätzlich zusammengeschweißt. Gleichwohl sind für den langfristigen Erfolg andere, strategische Faktoren ursächlich.

 

SAM: Welche Werte lassen das Team und die Firma auch in schwierigeren Zeiten zusammenhalten? Welches Leitbild verfolgt die Firma?  

A.R.: Übergeordnete Ziele für uns sind der Erhalt der unternehmerischen Selbstständigkeit sowie das Bestreben, Schokolade in Perfektion herzustellen. Das Ganze unter Wertschätzung gegenüber Mensch und Umwelt, z. B. mit unserer sich im Aufbau befindenden Modellplantage für nachhaltigen Eigenanbau von Kakao. Mit „El Cacao“ verfolgen wir das Ziel, rund ein Drittel unseres Kakaomasse-Bedarfes zu decken. Was uns zusammenhält? Wir sind ein Familienunternehmen. Zum einen durch die Gesellschafter und Mitglieder der Familie Ritter sowie durch unsere Belegschaft. Flache Hierarchien und vielfältige Aktivitäten von Mitarbeitern, die durch die Firma gefördert werden, sorgen und zeugen von hoher Identifikation und Zusammenhalt.  

 

SAM: Darüber hinaus, was macht Ihre Schokolade so erfolgreich? Welche Sorte gehört zu Ihren Favoriten? 

A.R.: Schokolade ist ein Genussprodukt, d. h. der Geschmack ist ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor, an dessen Verbesserung wir entsprechend permanent „tüfteln“. Von Bedeutung im Wettbewerb ist sicher auch unser eigenständiger Auftritt. Gerade für uns als Mittelständler ist es in vielerlei Hinsicht wichtig, nicht austauschbar zu werden. Persönlich bevorzuge ich selbst kakaobetonte, pure Schokoladen wie unsere Edelbitter oder die Goldschatz, aber auch unsere neuen veganen Sorten mit exotischen Zutaten wie Quinoa und Amaranth.

 

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SAM: Sie sind Reutlinger und verfolgen sicherlich die lokalen Unternehmen. Welche Tipps und Erfolgsrezepte können Sie Existenzgründern mit auf den Weg geben?

A.R.: Aus meinem langjährigen Engagement bei den Business Angels erscheint mir vor allem von Bedeutung, den Kunden nicht außer Acht zu lassen. Viele start ups sind oft zu sehr Produkt-orientiert, was einerseits verständlich ist; in der Folge treten jedoch Fragen nach Kundennutzen, Vertrieb und Vermarktung sehr oft in den Hintergrund. Zu meinem Erfolgsrezept gehört auch das Bewusstsein, dass die einzige Konstante die Veränderung ist.

 

SAM: Was für Leckereien stehen bei Ihnen auf dem Wunschzettel, wenn es sich nicht um Schokolade dreht? 

A.R.: Da ich mich fleischlos ernähre, fehlt das Steak auf dem Wunschzettel. Vielmehr gibt es Fisch, Salat und ab und an gerne einen Rotwein – der übrigens auch gut zu Schokolade passt.

 

Wir freuen uns, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben und wünschen Ihnen und dem Unternehmen weiterhin viel Erfolg und uns noch weitere leckere Kreationen aus Ihrem Hause! 


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